Während der sommerlichen Hochsaison kommt es schlechtwetterbedingt immer wieder zu Verkehrsüberlastungen in der Klagenfurter Innenstadt, die mit Staus auf den Zufahrtstraßen sowie ausgelasteten Parkgaragen einhergehen. Dazu tragen insbesondere Touristinnen und Touristen bei, die mit dem Auto an ihren Urlaubsort anreisen. Ein Grund dafür ist oft ein Informationsdefizit, da Gäste häufig nicht oder nur unzureichend über Alternativen wie das ÖV-Angebot informiert sind oder werden und daher gewohnheitsmäßig das Auto nutzen.  

Umsetzung

Mit Hilfe von Plakaten und Flyern in Hotels und Tourismusbüros im Raum Krumpendorf am Wörthersee, Pörtschach am Wörthersee und Velden am Wörthersee wurde gezielt auf Indoor-Aktivitäten wie Museen oder Ein­kaufs­möglichkeiten hingewiesen. Die zentrale Botschaft lautete: „Urlaub ohne Auto = stressfrei & gratis (mit der Gäste­karte)“. Ergänzend wurden über Social Media in Kooperation mit den Tourismusbüros (Visit Wörthersee) Karussell-Posts unter dem Motto „Wohin kommst du mit den Öffis?“ veröffentlicht. Zudem wurden Flyer mit einem Gewinnspiel für exklusive Sommer­pakete verknüpft, um zur Teilnahme an einer Mobilitätsumfrage zu motivieren.  Zur Über­prüfung der Ergebnisse wurden Befragungen durchgeführt. Zur Evaluierung der Ver­kehrs­ströme bei Schlechtwetter in der Innenstadt Klagenfurt wurden Verkehrsdaten von Landes-Dauerzählstellen im Stadtzentrum analysiert. Diese ließen jedoch keine relevanten bzw. aussagekräftigen Unter­schiede zwischen Schönwetter- und Schlecht­wettertagen erkennen. Mithilfe von Mobilfunkdaten konnten die Besucherzahlen im Strandbad sowie in der Innenstadt an Schönwetter- und Schlechtwettertagen ver­glichen werden   

Fazit

Die Mobilitätsumfrage zeigte, dass das Ver­lagerungs­potenzial umso höher ist, je konkreter im Informationsmaterial der Unter­künfte Alternativen für Schlecht­wetter­tage aufgezeigt werden. Unter den Nutzer:innen der Gästekarte-App zeigte sich das größte Potential für eine Veränderung von Mobilitätsentscheidungen. In diesem Zu­sammen­hang wären auch aktuelle Ver­kehrs­in­formation sinnvoll. Je früher die Information die Gäste erreicht, desto eher erfolgt eine Ent­scheidungs­­änderung. Dabei ist eine Änderung des Ziels wahrscheinlicher als ein Wechsel des Verkehrsmittels.