Beschreibung

Als Use Case für saisonale Mobilität diente das Strandbad Klagenfurt im Unter­such­ungs­zeitraum 2024 bis 2025. An Spitzen­tagen verzeichnen die STW Bäder – Strand­bad Klagenfurt, Strandbad Loretto und Strand­bad Maiernigg – bis zu 8300 Besucher:innen. Den Badegästen der Strand­bäder Klagenfurt und Loretto stehen dabei gemeinsam nur rund 750 Parkplätze in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Bei maximaler Auslastung entsteht dadurch ein erheblicher Parkplatzsuchverkehr, der zu Rück­staus in der Ostbucht führt und sich auch auf den öffentlichen Verkehr auswirkt.  Im Jahr 2025 wurde zum ersten Mal eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Für den ÖV sind zudem Gewitterereignisse relevant, die zu einem plötzlichen und uner­warteten Anstieg der Fahr­gast­zahlen an den Haltestellen führen. Dadurch werden die Kapazitäten der Linienbusse im Regel­betrieb überschritten, sodass zusätzliche Einschub­fahrten organisiert werden müssen. Die Meldung des erhöhten Fahrgast­aufkommens erfolgt derzeit durch das Lenkpersonal und ist nicht in allen Fällen verlässlich.  Ziel des Use Cases war es, zu untersuchen, welche Kommunikations­maßnahmen an die Bade­gäste die größte Wirkung entfalten, um einer­seits zu einem Umstieg auf den Umwelt­verbund zu motivieren, und anderer­seits auch den Parkplatzsuchverkehr in der Ost­bucht zu minimieren. 

Umsetzung

Das Maßnahmenkonzept umfasste zum einen eine Motivierung zum Umstieg auf den ÖV, etwa durch Radiokampagnen in Kooperation mit Kronehit mit insgesamt 55 geschalteten Radiospots im August 2025, eine analoge Präsenz in Form von Plakaten an Haltestellen, Cafés und Rest­aurants, sowie durch digitale Lenkung mittels Push-Benach­richtigungen in der Klagenfurt Mobil App und auf Haltestellenmonitoren, beispiels­weise Informationen zu Zusatzbussen. 

Die Echt­zeit­aus­lastung des Parkraums Ostbucht wurde mit Hilfe von Sensoren erfasst und auf dynamische Verkehrsschilder übertragen. Dadurch sollten mit dem Auto anreisende Personen bereits vorab über die Auslastung informiert werden, um gegebenfalls auf weiter entfernte Park­möglichkeiten aus­zu­weichen. Zur Bewertung der Maßnahmen wurde im Strandbad Klagenfurt eine Um­frage mit Gewinnspiel durchgeführt, bei der Saisonkarten für 2026 verlost wurden. 

Zusätzlich wurden Lösungsansätze unter­sucht, um notwendige Einschubfahrten besser steuern zu können.  

Die Überprüfung der Ergebnisse erfolgte durch Befragungen sowie durch die Auswertung von Ver­kehrs­daten, darunter Mobilfunkdaten und Ver­kehrs­zählungen aus MIV, ÖV und Sharing­an­ge­boten. 

Fazit

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass insbesondere Radiospots und Push-Nach­richten die Bade­gäste schon vor der Ver­kehrs­­mittel­ent­scheidung erreichen und damit Verlagerungen auf den Um­welt­­ver­bund unterstützen können. Be­schild­er­ungen sind hingegen nur erfolgreich, wenn auch Orts­kenntnisse zu Parkplatzalternativen vor­handen sind und die Hinweise ent­sprechend ver­standen werden. Informationen zu Aus­weich­möglichkeiten oder An­reise­alter­nativen sollten daher frühzeitig und über mehrere Kanäle bereitgestellt werden, um eine möglichst hohe Er­reich­bar­keit der Bade­­gäste zu gewährleisten. Auch sollten die Gäste so gut wie möglich über die Park­raum­be­wirt­schaftung informiert werden, da auch diese einen gewissen Lenkungseffekt auf­weist.